Artikel in der Rubrik "Unsere Vereine" im Trierischen Volksfreund - Die Woch
 

90 Jahre und immer jung

 

Der Musikverein Longkamp feiert vom 13. bis 15. Sep­tem­ber sein 90-jähriges Be­ste­hen. Das Orchester zeichnet sich durch viele junge Musiker und ein ungewöhnliches Programm aus.

Der Musikverein Longkamp. Foto: Marc Föhr
Der Musikverein Longkamp. Foto: Marc Föhr

LONGKAMP 32 aktive Musiker im Orchester, etwa zehn Jugendliche in der Ausbildung: Der Musikverein Harmonie Longkamp 1929 hat eine stattliche Besetzung. Im September feiern die Mitglieder das 90-jährige Bestehen des Vereins.

Was beim Longkamper Orchester sofort ins Auge fällt, ist das junge Alter vieler Musiker: Der Schnitt beträgt 28 Jahre. „Wir hatten vor 20 Jahren einen Vorsitzenden, der viele Strippen in der Grundschule gezogen hat“, sagt Stefan Schommer, 1. Vorsitzender des Musikvereins. Damals sind die jungen Leute mit Unterstützung der Musikschule des Landkreises intensiv ausgebildet und qualifiziert worden, sagt Peter Brucker senior. „Viele Kinder haben damals auch in den Big Bands der Schulen mitgespielt“, sagt er. „Damit konnte ein Leistungsschnitt gehalten werden“, sagt Tommy Schommer, Kassenwart des Vereins und Dirigent des Nachwuchsorchesters. „Bei uns hat es immer ein Jugendorchester gegeben.“

Hinzu kamen außerordentliche Aktivitäten, die die Jugendliche im Orchester gehalten haben. Dazu gehören Zeltwochenenden, an denen 30 Aktive und Jugendliche teilgenommen haben, sagt Stefan Schommer.

Eine weitere Besonderheit sind erfahrene Registerpaten, beispielsweise für Klarinettisten und Posaunisten die den Jugendlichen als Ansprechpartner dienen und von deren Erfahrungen und Tipps die jungen Musiker profitieren.

In diesem Jahr erwartet die Jugendlichen des Vereins aufgrund einer Kooperation mit den Musikvereinen aus Hochscheid, Hirschfeld und Wahlenau ein besonderer Höhepunkt: Zwölf Tage geht es gemeinsam nach Brasilien, wo sechs Konzerte geplant sind. Von den Hunsrück­dörfern hat jedes Verbindungen nach Brasilien, sagt Tommy Schommer. Im Süden Brasiliens lebten elf Millionen Menschen, darunter 2,5 Millionen Personen, die Wurzeln im Hunsrück haben, sagt er. Um 1850 seien viele Hunsrücker nach Brasilien ausgewandert.

Geleitet wird das Orchester von Jürgen Kullmann, der die Longkamper seit 22 Jahren dirigiert. „Die Musiker sind sehr aufgeschlossen und leistungsbereit. Das Orchester funktioniert wirklich gut“, sagt er. „Hier greift alles zusammen.“ Zudem haben die Longkamper die Bereitschaft, musikalisch außergewöhnliche Dinge in Angriff zu nehmen. Als Beispiel nennt er das klassische „Pini di Roma“, von Ottorino Respighi, in einer Bearbeitung für sinfonische Blasorchester. „Das spielt sonst kein Mensch“, sagt er. Und auch „Hochzeitstag auf Troldhaugen“ von Edvard Grieg ist ein ungewöhnliches Stück für einen Musikverein. „Wir wollen uns mit Stücken, die nicht so häufig gespielt werden, von anderen Vereinen absetzen“, sagt er.

Darüber hinaus legt Kullmann Wert auf ein modernes Repertoire, das auch junge Leute anspricht. Melodien aus dem Disneyfilm „Frozen“, „Trumpet Blues and Cantabile“: „Wir versuchen immer, die Jugend mitzunehmen.“ Dazu gehören auch Stücke von Udo Jürgens, Eric Clapton und aus den Musicals ,Hair‘ und ,Phantom der Oper‘. „Wir wollen alles abdecken.“

Vom Orchester des Musikvereins Longkamp haben die Blechbläser nochmals eine separate Bläsergruppe gebildet, die unter dem Namen Blechkamper vorzugsweise in der Weihnachtszeit, aber auch zu Anlässen wie Hochzeiten auftreten.

Christoph Strouvelle

Zum Jubiläum kommt ein Blechhauf'n

Der Musikverein Harmonie Longkamp feiert sein 90-jähriges Bestehen vom 13. bis 15. September. Für diesen Anlass haben die Longkamper die österreichische Gruppe „Da Blechhauf’n“ engagiert, eine Band, deren Programm Züge von Musikkabarett hat.

Und die Presseankündigung des Musikvereins Longkamp macht schon jetzt Lust auf das Konzert: „Hatten Sie schon einmal ein Déjà Vu? Eine Erinnerungstäuschung? Man ist sich sicher, einen solchen Moment schon mal erlebt zu haben. Genau solch ein unwirkliches Erlebnis ist das neue Programm vom Blechhauf’n. Die Bühnenshow wird vermischt mit Tanz, Artistik und Magie – eine Inszenierung für Augen und Ohren.“

Das gesamte Programm zum Jubiläumsfest:

Freitag, 13. September

20 Uhr Eröffnung des Jubiläumsfestes und Vorprogramm mit einer Polka-Combo aus den Reihen des MV Longkamp

21 Uhr Da Blechhauf’n mit ihrem Programm „Deschawüh“

Samstag, 14. September

12.30 Uhr Mittagessen

13.30 Uhr Geführte Bierprobe mit Andreas Dick, Hopfenbauer des Bitburger Siegelhopfens.

15.30 Uhr Offizielle Eröffnung der Musikerolympiade

16 bis 21 Uhr: Auftritt mehrerer Gastvereine

21 Uhr: Gemeinsames Abschlusskonzert der Olympiade mit allen Vereinen und Siegerehrung

Sonntag, 15. September

11 Uhr Platzgottesdienst

Anschließend Mittagessen und Kaffee/Kuchen

16 Uhr Abschluss der Feierlichkeiten mit Jubiläumskonzert des Musikvereins, musikalischen Darbietungen des Nachwuchsorchesters und Ehrungen langjähriger Musiker.

  • Alle Veranstaltungen finden statt auf dem Festplatz in der Dorfmitte.
  • Karten für das Konzert mit „Da Blechhauf’n“ und der Bierprobe können im Vorverkauf unter der E-Mail-Adresse vorstand[at]mvlongkamp.de geordert werden.

 

Musizieren statt Stubenhocken

Dienstältester Musiker des Musikvereins Longkamp ist der 56 Jahre alte Jürgen Schommer. "Mit sieben Jahren habe ich begonnen", sagt er. Zuerst hat er die Musik auf der Trompete gelernt, bevor er auf Saxophon und Tuba umgestiegen ist. Den Kick hat er bekommen, als er bei der Bundeswehr in einer Big Band mitgespielt und dabei andere Literatur kennengelernt hat. "Da ist der richtige Spaß gekommen", sagt er. Zudem sind auch die Kinder beim Musikverein Longkamp aktiv. Daneben spielt Jürgen Schommer seit 2011 auch Tanzmusik mit der moselfränkischen Blasmusik. Schommer: "Wenn man so lange Musik macht, kann man nicht aufhören. Daheim hocken und gar nicht meht spielen, das geht nicht."

Foto: Marc Föhr
Foto: Marc Föhr